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Sebastian Eisenbürger

Das beste Marketing ist KEIN Marketing

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Der Schachtürke und das Märchen von der künstlichen Intelligenz: Warum echte KI immer noch ein Mythos ist

Im Jahr 1770 entfachte Wolfgang von Kempelen mit seiner Erfindung des Schachtürken, einem vermeintlich selbstständig denkenden Schachroboter, ein Feuer der Begeisterung in den Salons Europas. Was viele nicht wussten und einige nicht wissen wollten: Der Schachtürke war eine Illusion, ein Meisterwerk der Täuschung. In seinem Holzgehäuse versteckte sich kein genialer Automat, sondern ein menschlicher Schachspieler, der die Züge lenkte. Heute, über 250 Jahre später, finden wir uns in einer ähnlichen Situation wieder, wenn es um das Thema künstliche Intelligenz geht.

Der Schachtürke:
Ein Spiegel der heutigen “KI”-Landschaft

Der Schachtürke war kein Vorreiter der KI, sondern ein Paradebeispiel für das, was im Marketing als Vaporware bekannt ist: Große Versprechen, die auf heiße Luft gebaut sind. Genau wie viele der heutigen KI-Systeme, die uns als Durchbrüche verkauft werden, basierte der Schachtürke auf menschlichem Geschick und nicht auf maschineller Intelligenz. Dies wirft ein kritisches Licht auf das, was wir heute unter dem Banner der KI vermarkten: Algorithmen, die von Menschenhand programmiert, justiert und kontrolliert werden, und die keine “Intelligenz” besitzen, wie wir sie definieren würden.

Von Deep Blue bis AlphaGo:
Die Illusion der Intelligenz

Erinnern wir uns an den Sieg von IBMs Schachcomputer Deep Blue über Garry Kasparov im Jahr 1997. Was viele als den Triumph der Maschinen über den Menschen feierten, war in Wahrheit das Ergebnis einer Brute-Force-Methode, bei der Millionen von möglichen Zügen im Voraus berechnet wurden. Hierbei handelt es sich nicht um Denken, sondern um das schnelle Durchforsten von Datenbanken – eine Fähigkeit, die eher an das Durchblättern eines Telefonbuchs erinnert als an echte Problemlösungskompetenz.

KI heute:
Mehr Schein als Sein

Auch die modernen “KI”-Systeme, wie sie in selbstfahrenden Autos und persönlichen Assistenten zum Einsatz kommen, sind weit entfernt von wahrer Autonomie. Diese Systeme funktionieren gut in kontrollierten oder vorhersehbaren Umgebungen, versagen aber kläglich, wenn Unvorhersehbares passiert. Wie der Schachtürke sind sie faszinierende technische Spielereien, die allerdings in einem echten, unkontrollierten Umfeld nicht bestehen können.

Fazit:
Die wahre Natur der KI erkennen

Wir müssen akzeptieren, dass das beste Marketing kein Marketing ist. Die wahre Natur der “KI” ist nicht die einer allmächtigen Maschinenintelligenz, sondern die eines Werkzeugs, das wir Menschen erschaffen und steuern. Der Mythos der KI dient oft mehr dem Marketing als der Wissenschaft. Der Schachtürke sollte uns als mahnendes Beispiel dienen: Echte Intelligenz ist mehr als das mechanische Abarbeiten von Befehlen. Es ist Zeit, dass wir dies erkennen und aufhören, uns von glänzenden Versprechungen blenden zu lassen.

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